Es wird viel über sie geschrieben und noch mehr Hilfe für ihre Opfer angeboten; die Rede ist von Narzissten. Ein viel diskutiertes Thema, das viel Leid verursacht, vor allem bei denen, die zurückgelassen werden und an dem ewig nagenden Gefühl kranken, einfach nicht gut genug gewesen zu sein.

Auf meinen Aufruf an Betroffene zum Teilen ihrer Erfahrungen meldete sich Brigitte H., eine sehr nette Leserin von Breakable. Sie lebt, ebenso wie ich, alleine auf einem Hof, züchtet allerdings keine Hunde in Mecklenburg, sondern Alpakas in Sachsen-Anhalt.

Vielen Dank, dass Du Deine Geschichte für meine Seite zur Verfügung stellst:

“Mich hat hin längst ein langjähriger alter Freund ‚verlassen‘, dessen Traumfrau ich angeblich war und der nach eigener Aussage ‚alles aufgeben‘ ja, ’sein Leben geben‘ und ‚von der Brücke springen‘ würde für seine Partnerin. Übertreibung? Nein – für narzisstisch gestörte Persönlichkeiten, die immer auch an maßlosen Übertreibungen und ganz offensichtlicher Fehleinschätzung ihrer Person eigenen leiden, nicht. Doch beginnen wir am Anfang.

Mein Bekannter S., Mitte 40, der sein Leben bis dahin auf engstem Raum mit seiner Mutter verbrachte, zwar seit einigen Jahren eine eigene Wohnung hatte und nicht mehr mit ihr eine 1-Zimmer-Wohnung teilte, doch nie seine Mutter-Sohn-Symbiose psychotherapeutisch aufgearbeitet hatte, ‚wollte was von mir‘, wie man umgangssprachlich sagt. Schon lange, wie er immer wieder beteuerte. Es gab für ihn angeblich nie eine andere als mich.

Bis dahin jedes Wochenende mit seiner Mutter verbringend, ihr monatlich mit über 600,- Euro an Luxusartikeln wie Nahrungsergänzungsmittel und teure Einkäufe in Reformhäusern finanzierend, die er sich nach eigener Aussage locker leisten konnte, konnte ich mir nach seinen Versprechen ja hochrechnen, was er alles für seine Frau tun würde. Schließlich spränge er ja sogar von der Brücke, wenn nötig.

Ich hatte ein Gästezimmer auf meinem Hof. Und ich mochte ihn, kannte ich ihn doch ein Leben lang. Er war mir vertraut, zwar nicht nah, aber vertraut, über all die Jahre hinweg; ein Stück alte Welt brachte er mit seiner Anwesenheit in mein Leben, die ich genoss. Denn ich war allein, und seit dem Tod meines Vaters komplett ohne Familie, bis auf einen entfernt lebenden Bruder, zu dem ich wenig Kontakt hatte.

Im Zuge eines Beziehungsversuches kaufte ich ein ordentliches Bett für das Gästezimmer und räumte einen Schrank leer, damit er ‚ein eigenes Zimmer‘ haben konnte und sich wohlfühlte.

Dann wurde es merkwürdig. Obwohl wir uns lange kannten, war das erste Treffen in meinem Haus unter anderen Vorzeichen irgendwie seltsam.

Heute weiß ich: In der Gegenwart eines Narzissten fühlen wir uns oft ‚irgendwie komisch‘; die Stimmung ist auf seltsame Weise von Bezugslosigkeit und kühler Sachlichkeit geprägt. Wärme, Zuneigung, liebevolles oder gar empathisches Verhalten ist ihnen nicht nur fremd, sondern meist nicht möglich. Denn der Bezug zum anderen fehlt. Das Gefühl, welches wahre Empathie ermöglicht, echtes Mitgefühl und darüber hinaus eine wirklich tiefere Kontaktaufnahme zu seinem Gegenüber, ist gestört, meistens schlicht nicht vorhanden.

Der Mann, der also sein Leben geben würde, war in der Realität jedoch nicht einmal im Stande, am täglichen Ablauf im Haus und auf dem Hof teilzunehmen. Vielmehr bewegte er sich teilnahmslos durch die Räume, mit der Bezugslosigkeit eines Fremdkörpers, wusste weder was er machen noch was er sein sollte und glotze immer wieder starr, regungslos stehend, mit Mundatmung, in den leeren Raum.

Nach eigener Beschreibung ‚gefühlstriefend‘ und ‚von der Brücke springend‘ könnte man denken, solch ein Mensch würde wenigstens Ansätze von Gefühlen zeigen? In gesprochenen Worten? Oder wenigstens geschriebenen? Fehlanzeige! Oder am normalen Tagesablauf teilnehmen, vielleicht einem sogar mal zur Hand gehen? Oder irgendwelche Liebesbekundungen zeigen, wenigstens nette Worte oder Gesten? Nicht dran zu denken! Anteilnahme an meine Leben? Nichts.

Starr und fast leblos wandelte dieser Mensch durch die Räume, stellvertretend für meine Lebens-Räume, permanent nicht wissend, was er soll – weder, was er machen soll, noch was er sein soll. Das ganze gipfelte in folgender Szene:

Eines Morgens schlug ich ihm vor, während ich meine Routineabläufe erledigte, er könne doch wenigstens einen meiner zwei Katzen streicheln, wenn er sonst schon nicht wisse, was er mit sich anfangen soll. Sodann kniete er auf dem Boden im Flur, streichelte bezugslos eine Katze, die schnell weiterlief. Katzen können mit unempathischen Menschen wenig anfangen und reagieren mit Unsicherheit und Schau auf sie. Sie spiegeln die Bezuglosigkeit eines Menschen in ihrem Verhalten wider.

Er, verharrend auf dem Boden kauernd, starrte die Fliesen an, regungslos. Er verharrte in dieser Pose, starr und leblos, ohne Reaktion, selbst als die Katze schon eine Weile weg war. Ich weiß nicht, wie lange er dort kauerte, aber es war eine ganze Weile. Es war gespenstisch.

Mein Telefon klingelte. Eine Bekannte aus meinem alten Heimatort. Ich begrüßte sie freundlich und freute mich über ihren Anruf. Im selben Moment sprang S. auf, griff seine Sachen, stieg ins Auto und fuhr vom Hof.

Gruselig.

Solche Szenen sind erschreckend. Noch viel erschreckender werden sie allerdings – und darum der Titel dieses Essays – wenn man in Betracht zieht, was dieser Mann laut seiner eigenen Äußerungen selbst von sich selber dachte und wie er sich sah: überschwänglich liebend, selbstlos, bedürfnislos, gefühlstriefend, einfühlsam, sich die Finger für mich wund arbeitend.

 

Vor diesem Hintergrund:

Ein mir einmal sehr nahestehender Menschen verstarb an Krebs. An diesem Wochenende der Beerdigung kam mich S. weder besuchen noch nahm er in irgend einer Weise Anteil am Geschehen, obwohl er die lange und leidliche Geschichte von mir und dieser Person sehr gut kannte und wusste, welche eine Bedeutung der absehbare Krebstod dieses Menschen für mich hatte. Mehrfach beschrieb ich diesen Tag im Vorfeld schon immer als den berühmten Tag X, vor dem ich mich so fürchtete.

‚Es war gar nicht ersichtlich, dass es Dir etwas ausmachte, dass diese Person gestorben sei‘, sagte er, während ich aus dem Freundeskreis mit Anteilnahme und guten Wünschen zwar nicht überschüttet wurde, doch aber viele Anrufe und Nachrichten bekam; nicht nur von Freunden erfuhr ich Anteilnahme, sondern sogar von Menschen, die mir alles andere als nahestanden. Eben von all jenen, die von der Existenz dieses Mannes in meinem Leben und seines Todes wussten – dazu brauchten sie keinen theatralischen Auftritt von mir, um zu wissen, dass dies eine Situation war, die mir nahe ging.

Der Narzisst sieht und spürt das nicht. Er hat keinen inneren Bezug zu solchen Situationen. Im Gegenteil. Er dachte doch tatsächlich, meine ‚Krise‘, dessen Existenz ich ihm lang und breit einen Tag nach der Beerdigung erklären musste, wäre wegen ihm! Die ganze Zeit zwischen Tod und Beerdigung trauerte ich seiner Meinung nach wegen ihm – weil ich ihn doch so schmerzlich vermisste. In seinem Verständnis trauerte ich, weil sich meine Welt um ihn drehte!

Als ich ihm am selben Tag erklärten musste, es gäbe auch noch anderes, worum sich mein Leben drehte, fragte er (Originalzitat): Ja? Was denn?

Einen Tag nach der Beerdigung! Nach langen Erklärungen darüber, was diese Situation für mich bedeutete.

Mein Entsetzen über so viel Egozentrik, über solch eine Selbstbezogenheit, über so eine Teilnahmslosigkeit war groß. In einer Zeit, in der ich wirklich trauerte.

In einer anschließenden Nachricht schrieb er obendrein:

‚Er ist voller Gefühl, Nächstenliebe, Mitgefühl, ja geradezu gefühlstriefend, während ich wie ein emotionsloser Schachspieler sei, im Gegensatz zu ihm, der mir im selben Atemzug anbot, mir doch mit meinem Gefühl zu helfen.‘

Sprachlosigkeit.

Einer Bekannten schrieb er eine böse, mich abwertende Nachricht auf ihren Versuch hin, ihn vor der Beerdigung irgendwie innerlich doch noch zu erreichen – nichts zu machen. Jede Form der ‚Nicht-Bewunderung‘ ist für den Narzissten Existenz-vernichtend; etwas, wogegen man angehen, sich zur Wehr setzen, Krieg führen, mit Abwehr reagieren muss. So reagierte er auch mit Angriff auf die Nachricht meiner Bekannten, im Zuge seiner ‚Verteidigung‘, mit bösen Worten, mit Wut, mit Streit, reagierte ‚angemessen‘ – seines Empfindens nach – auf ‚unangemessene Kritik‘.

Meine Bekannte wollte von diesem Tage an nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Einige Zeit nach diesem Ereignis habe ich ihm in mehreren langen Gesprächen erklärt, man könne sein Gegenüber doch wenigstens ab und an mal fragen, wie es ihm geht – was er bis dahin nie tat. Von da an fragte er mich ein paar Mal, nach Anweisung sozusagen, doch liebevolle Worte, Komplimente oder irgendein Satz, aus dem hervorginge, dass ich seine Traumfrau, seine Wunschpartnerin, seine angeblich Angebetete sei und er ja förmlich in Liebe zergehe, kamen nicht ein einziges mal. Weder mündlich noch per irgendeiner Nachricht.

Im Gegenteil: In dieser Zeit erhielt ich immer wieder Emails und Nachrichten, in denen er sich selbst all seiner Bescheidenheit und schier unvergleichlichen Selbstlosigkeit fast verherrlichte und gleichzeitig mich, also sein Gegenüber, massiv abwertete. Jedoch betitelte er diese Passagen nicht als Abwertung, sondern meinte, sein Gegenüber damit ‚retten‘ zu wollen. Er würde eine große Hilfestellung leisten, wenn er dem anderen erzählte, ‚wie es um ihn stand‘ – ein großer Akt der Nächstenliebe sozusagen.

Der Tenor war immer der selbe: Er, der endlos Liebende, ich die ewig kalte. Er der unendlich Großzügige, ich die kleinlich Geizige. Er, der alles tat, ich die ja nur Geld im Sinn hatte. Die Liste lässt weit, weit fortsetzen.

Handlungen konnte dieser Mensch nur nach Bitten und Erklärungen ausführen, die er dann vordergründig gern und freiwillig erledigte, ja sogar beteuerte, wie gern er das doch täte und dass es selbstverständlich gar kein Problem sei. Dass dies bei Weitem nicht der Fall war, erfuhr ich erst später. Nämlich, als sich das Ganze weiter zuspitzte und er begann, Geldforderungen zu stellen – er, der Selbstlose und ich, die Frau, bei der sich angeblich alles ums Geld dreht.

Pro Tag, an dem er mir 8 Stunden auf dem Hof hilft – und er hat nie 8 Stunden auf dem Hof geholfen!!! – würde er natürlich – großzügig und selbstlos wie er ist – mindestens 160,- Euro plus Kost und Logis zahlen.

– Er hat nicht einmal etwas in unserer Freundschaft bezahlt. Sogar die wenigen male, die wir Essen waren, zahlte ich.

Doch auch damit endeten die Forderungen nicht. Der Gipfel der Selbsterhöhung drückte er in einer Voicemail aus, anfangs derer er sogar noch meinte, ich solle sie doch bitte anderen Leuten einmal vorspielen, gern auch einem Psychologen, damit die mir alle mal ‚den Kopf zurecht rückten‘. In folgender Metapher beschrieb er (nehme ich mal an) unsere Situation, obwohl das Erzählte wenig mit unserer tatsächlichen Situation zu tun hatte.

Hier Auszüge aus der Voicemail (kursiv geschrieben):

Stell dir mal vor: Da wohnt ein reicher Geschäftsmann in Grunewald in einer Villa.

Anmerkung: Berlin Grunewald ist einer der teuersten Bezirke Berlins. Nicht zu vergleichen mit einem des einkommens- schwächsten Bundeslands Sachsen-Anhalt.

Und ein wenig weiter weg, irgendwo in der Nähe von Wittstock/Dosse gibt es eine Frau, die hat es immerhin zur Putzfrau geschafft. Sagen wir mal zur leitenden Putzfrau in einem Restaurant. Sie ist guter Dinge, seit 15 Jahren schafft sie da schon, alle sind happy, ist sie happy, dass sie das geschafft hat, mehr hat sie eben nicht auf die Reihe gekriegt.

– S. ist Hausmeister – und zwar der einzige Hausmeister einer kleinen Hausverwaltung in Berlin, die 3 Objekte betreut.

… aber sie vergöttert diesen Mann und alles, was sie für ihn tun kann, hat sie sich überlegt, na dann mache ich eben für den sauber.

– Jedes Mal, wenn dieser Mann meinen Hof betrat, wurde er bekocht und hatte freien Zugang zur Küche. Sogar für seine Heimfahrten habe ich ihn bekocht. Denn der Deal war: Er bezahlt Benzin für die Fahrten, ich die Lebensmittel. Daran habe ich mich immer gehalten.

‚Oh geil‘, denkt er sich, ‚ganz cool, da kann ich ja meine Putzfrau sparen. Hab zwar nebenan 15 Leute die für mich arbeiten, aber dann spare ich mir die Hälfte hier ein, oder ein Drittel oder was, ein paar Leute kann ich dann weniger bezahlen. Na klar, lass die vorbei kommen und hier ein bisschen sauber machen, cool. Ich kann ihr ja mal einen Kaffee kochen oder mit ihr mal ein Eis essen gehen oder so. Ja, danke, nett, ja ja.‘

– Hier die typische Abwertung einer Narzissten; Er – der unendlich liebende, bzw. in diesem Fall die liebende Putzfrau, die sich die Finger wund putzt, schlicht alles tun würde, und dort der Mann, der alles lediglich ‚ganz nett‘ findet und die kostenlose Arbeitskraft eben mitnimmt. Dazumal: Warum wäre es – rein hypothetisch – keine angemessene Gegenleistung für einen Mann, der um eine Frau wirbt und ihr als absolute Ausnahme mal am Haus etwas hilft, Kaffe zu kochen oder mit ihm Eis essen zu gehen?

– Wie schon erzählt, nahm er an der täglichen Arbeit im Haus nicht Teil. Im Gegenteil: Im Winter stand ich früh auf, machte meine Arbeit, versorgte die Tiere, heizte die Öfen, und nachdem ich schon gute 2 1/2 Stunden am Arbeiten war, kam er aus dem Gästezimmer und erwähnte, wie schön ruhig es hier doch sei. Hilfe? Fehlanzeige!

– Oft wurde die ‚arme Putzfrau‘ einfach nur bekocht, bespaßt, es wurden Gespräche Geführt, Karten gelegt, Intimitäten ausgetauscht und nicht ein Handschlag auf dem Hof gemacht.

Ja, ich habe ab und zu – so selten wie möglich – mal Hilfe auf dem Hof, weil ich eben kein Mann, sondern eine Frau bin und notgedrungen auch mal Hilfe von einem Mann brauche. Und die muss ich in der Regel bezahlen – was soll ich denn auch anderes machen?

Ich erzähl die Geschichte jetzt nicht weiter. Die Frau kommt einmal, zweimal, sieben mal, zwölf mal und egal aus welchen Gründen, sie fragt ihn nicht, ob er ihr irgend was Gutes dafür tun würde. Ob er ihr ein Auto schenkt, eine Reise schenkt, mit ihr ins Bett geht, sie heiratet, sie fragt ihn einfach nicht. Oder manchmal nur ganz dezent. Also sie hofft einfach, warum auch immer, sie sagt jedenfalls nichts, oder kaum was, oder nur manchmal, ganz zaghaft. Wäre aber nett, würde mich freuen, wenigstens Benzingeld oder oder so, sind ja 100 Kilometer, hab nicht soviel Geld, ist für mich schon eine ganze Größenordnung.

– Nachdem ich etwas von ihm Abstand genommen habe, hat S. mich vielleicht noch drei Mal besucht. Bei diesen drei Malen – vielleicht waren es auch nur zwei – hat er ein mal eine Stunde beim Saubermachen eines Zimmers geholfen. Das war es. Bei diesem mal jedoch, als er mir half, waren wir an dem Wochenende sogar noch intim!

– Es war diese Voicemail, in der S. wörtlich anfangs sagte, dass er sich die großzügige Unterstützung, die er in Form mehrerer Hundert Euro im Monat plus mehrmalige Einkaufstouren quer durch Berlin sowie Hilfe im Haus, sich für seine Mutter locker leisten könne. Aber Benzingeld zahlen, um zu seiner angeblichen Traumfrau zu fahren, das ist für ihn schon eine ganze Größenordnung. Dabei würde er doch alles für seine Frau machen, oder habe ich mich oben verlesen?

Weil sie ihn liebt , warum auch immer, sie sagt jedenfalls nicht viel. Aber er nimmt es dann eben hin und nimmt es dann eben einfach hin. Freut sich drüber, klar, ist doch nett hier mit der Frau.

– Und der Mann geht jedes Mal vor dem Besuch einkaufen, kocht für sie (bleiben wir mal bei der Geschlechter-umgetauschten Rollenverteilung), befasst sich mit ihr, verbringt mit ihr Zeit, schläft mit ihr, ein ganz normales Zusammensein eben.

Wie würdest Du das finden? Ist das gesund? Ausgewogen? Macht die Frau alles richtig? Macht de Mann alles richtig? Könnte man was verbessern?

Anmerkung: Die Überheblichkeit eines Narzissten, der gern Oberlehrerhaft von oben herab sein Gegenüber beschult, dass – wie hier in diesem Falle – ja scheinbar die aller offensichtlichsten Dinge nicht weiß, gleichzeitig aber selbst die wichtigsten Fakten unter den Tisch fallen lässt.

Der ganz große Witz: Für ab und an mal Hilfe, schon bevor wir einen Beziehungsversuch hatten, aber auch während der Beziehung, wenn ich mal ins Büro fahren musste und er das Haus hütete – was Freunde gerne immer taten, einfach weil sie es schön fanden, Teil meines Lebens zu sein – habe ich ihn tatsächlich bezahlt. 450,- Euro hat er nicht nur einmal von mir bekommen, ausnahmsweise einmal jedoch gegen Rechnung, worüber er später in einer seiner Emails schrieb: ‚Bilde Dir bloß nichts auf deine 450,- Euro ein, die Du mir mal gezahlt hast, darauf musste ich schließlich Steuern zahlen!‘

Ja, wer Wochenende für Wochenende mit dem Firmentransporter schwarz Kurierdienste, Transporte und Umzüge anbietet und sich bar ohne Rechnung bezahlen lässt wie er, muss natürlich keine Steuern zahlen.

Allein die Krankenkassenbeiträge als Selbstständiger sind ja so hoch, und all die Abgaben, das kann man ja gar nicht erwirtschaften!‘ Stöhnte er einmal nach einem Besuch bei der IHK – richtig! – Willkommen in meiner Welt! Der Welt einer alleinstehenden Frau mit einer Alpakazucht und einem kleinen Büro-Aushilfsjob als Zweitjob, die am Ende des Jahres hofft, nach Abzug aller Ausgaben überleben zu können und sich händeringend Ersparnisse anlegt, um ihrer gesetzlichen Verpflichtung der Anlage einer eigenen Altersvorsorge nachzukommen!

Ein guter Freund kam mir in dieser Zeit ab und zu einmal helfen. Ihm blutete jedes Mal des Herz, wenn er mich fragte: Hast Du wirklich niemanden, der Dir einfach mal hilft?

– Nein. Ich bin tatsächlich allein. Da ist niemand, der mir einfach mal hilft.

Es wurde logischerweise stiller um mich. Ich hielt Abstand, distanzierte mich immer mehr, antwortete nicht mehr auf jede Nachricht. Doch brach ich den Kontakt nicht ab, stand ich doch allein mit meinem Leben und mitnichten dem großen Geld, geschweige denn Angestellten.

Meine langjährige Freundin und ich scherzten schon immer, dass seine Vorstellung wohl sei: Er bekommt Kost, Logis, Essen, Trinken, Schlafen, Sex, einfach alles umsonst; nach dem Ausschlafen, meiner getanen Arbeit und bei geheizten Öfen steht er dann irgendwann auf – am besten noch nach befriedigendem Sex – und wenn er dann tatsächlich mal im Haus etwas hilft, wird er obendrein noch bezahlt – zusätzlich zum Benzingeld versteht sich.

Doch das war kein Witz. Das war tatsächlich seine Vorstellung.

Obwohl S. meine Lebenssituation natürlich kannte und wusste, wie alleine ich stehe und wie ich um mein Leben ringe, brach er am Ende ganz pathetisch den Kontakt zu mir ab, denn die fehlende Wertschätzung meinerseits – sprich: Die fehlende Bezahlung, die nicht geschenkten Autos, die nicht finanzierten Reisen, das nicht gezahlte Benzingeld, die nicht stattgefundene Heirat – hielte er einfach nicht mehr aus. Und natürlich ist nur mein Geiz daran Schuld, sowie die ewig fehlende Wertschätzung, die sich in einer permanenten Bewunderung und finanziellen Zuwendung hätte ausdrücken sollen, wie sie schlicht nicht möglich und schon gar nicht angemessen gewesen wäre. Schuld ist natürlich der andere in all seiner menschlichen Kleinheit, seiner fehlenden Selbstlosigkeit, seiner Lieblosigkeit, die dem anderen im Gegensatz zu ihm ganz offensichtlich fehlen. Meint der Narzisst.

Tja – was sagt man dazu?

Das hier ist nun ein drastisches Beispiel.

Schuldzuweisungen von Narzissten werden jedoch auch weitaus perfider und geschickter verpackt, sodass sein Gegenüber tatsächlich beginnt, an sich, seiner Wertschätzung, seiner Menschlichkeit – ja an allem zu zweifeln, was ihn bzw. sie als Mensch ausmacht.

Tappt nicht in diese Falle!!

Oft gehen schwere narzisstische Störungen mit Realitätsverlust einher. Die Betroffenen leben in einer Art Wahnwelt (da wird die alleinstehende Alpakazüchterin zum Großunternehmer mit 15 Angestellten, das Jahreseinkommen aus Zucht und Bürojob zu unermesslichen Reichtümern, die das Schenken von Autos und Reisen rechtfertigt, die Nachbarschaftshilfe von Bekannten zu komplett gezahlten Gehältern, die Stunde, die Mal beim Saubermachen geholfen wird oder die Katzenklappe, die mal eingebaut wird, gleich zur tagesfüllenden Tätigkeit, die dem Großunternehmer mehrere Angestelltengehälter einspart.)

Wie geht man mit solchen Menschen um?

Wichtig ist vor allem: Den Narzissten in seiner maßlosen Selbstüberhöhung und den oft daran gekoppelten Realitätsverlust zu erkennen. Die empfundene Realität dieser Personen bezieht sich eben nicht auf die ganz offensichtlichen Tatsachen, sondern auf ihre vollkommen wirklichkeitsferne Übertreibung von Situationen und schlicht ausgedachten Dingen und Sachverhalten, eben diesen Wahn, wie im vorliegenden Beispiel.

Als mittellose Putzfrau, die einem großen Unternehmer mehrere Angestelltengehälter einspart, ist die Forderung nach Benzingeld sicher gar keine abwegige Vorstellung; jedoch eine Vorstellung, die mit meiner Lebenssituation und Lebenswirklichkeit nun wirklich rein gar nichts zu tun hat. Doch eben auf ihre (Wahn-)Vorstellungen bezieht sich das gesamte, innere Erleben und die innere Realität solcher Psychopathen.

Hat man diesen immer wieder in abgewandelter Form auftretenden Realitätsverlust einmal erkannt, kann man diesen Menschen schon einmal anders einordnen.

Dieser Realitätsverlust äußert sich unter anderem auch darin, dass der Betroffene in dem Leben von Fremden oder weitläufig Bekannten weitreichend ‚Bescheid weiß‘. Da werden Details, Hintergründe, ganze Lebens-Situationen ‚gewusst‘ und klar definiert, die der Narzisst gar nicht wissen kann, jedoch meint, diese genau zu kennen – samt aller Beweggründe und Hintergründe – und urteilt dann dem entsprechend.

Anzeichen des Narzissmus beschrieben auf der Seite netdoktor.de:

“Nach dem diagnostischen und statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-IV) müssen mindestens fünf der folgenden Symptome für die Diagnose der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung vorliegen:

Die Betroffenen

– haben ein übertriebenes Gefühl ihrer eigenen Wichtigkeit

– haben Phantasien von grenzenlosem Erfolg, Macht, Schönheit oder idealer Liebe (oder eben Phantasien der grenzenlosen Selbstlosigkeit, Anspruchslosigkeit, gefühlstriefenden Emotionalität, Bescheidenheit etc. Da wird der alleinige Hausmeister nicht nur zur Putzfrau, sondern zur Putzfrau in leitender Position usw.)

– glauben, besonders und einzigartig zu sein und nur von besonderen oder angesehenen Personen verstanden zu werden (eben von all jenen, die ihm Geld für seine Dienste zahlen)

– warten von anderen übermäßige Bewunderung (Das einzige, womit dieser Mensch umgehen konnte: Bewunderung und Zuspruch seiner Person)

– erwarten, dass andere sie besonders bevorzugt behandeln und automatisch auf ihre Erwartungen eingehen (das Nicht-Aussprechen eigener Bedürfnisse wurde auch hier unter dem Deckmantel der Bescheidenheit verpackt. Das Gegenüber hätte von alleine wissen müssen, wie hier eine sozial adäquate Gegenleistung auszusehen hat, so etwas ‚muss man nicht sagen‘. Dass das Gegenüber das nicht weiß, ist für den Narzissten lediglich ein weiterer Beweis für die Asozialität und das menschliche Versagen des anderen)

– nutzen andere aus, um ihre eigenen Ziele zu erreichen (Nur Menschen, die ihm Geld geben, sind seine Aufmerksamkeit und seine Anteilnahme und Hilfe wert. Wie selbstlos!

– haben wenig Empathie; wollen sich nicht in andere hineinversetzen

– empfinden oft Neid für andere oder glauben, andere sind neidisch auf sie (Es schien mir, dass sich seine überhöhten Ansprüche vor allem aus dem Neid ableiteten, dass ich auf dem Land lebe in einem eigenen Haus, und er in einer kleinen Mietwohnung in der Stadt.)

– verhalten sich arrogant und überheblich (Selbsterhöhung bei gleichzeitiger Erniedrigung des anderen)

Die Narzissmus-Symptome sind allerdings nicht immer so eindeutig. Manche zeigen ihre Überheblichkeit nicht offen. Die Anzeichen sind dann nur erkennbar, wenn man sehr genau hinsieht.

Lange sind Experten davon ausgegangen, dass die Narzisstische Persönlichkeitsstörung mit einem hohen Selbstwert einhergeht. Neuere Studien zeigen jedoch, dass der Selbstwert der Betroffenen niedrig ist. Sie verschleiern ihre Selbstwertzweifel durch ihre selbstherrliche Selbstdarstellung. Von Selbstliebe kann also keine Rede sein. Menschen mit einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden vielmehr unter innerer Leere und sind sehr auf die Anerkennung von anderen angewiesen. Die Aufwertung der eigenen Person oder Abwertung anderer ist ein Versuch, negative Gefühle zu bewältigen. Eine Kränkung wie zum Beispiel durch die Trennung des Partners kann Rachsucht erzeugen, aber auch Depression bis hin zum Suizid nach sich ziehen.

Eine bekannte Psychiaterin, mit der ich locker befreundet bin, sagte zu dem Voicepost, den ich auf Wunsch von S. ja anderen vorspielen sollte, Folgendes:

‚Diese Typen hocken vor mir in der Klapse. Er spricht, aber vollkommen ohne jede Emotion. Er erzählt was, aber der Ton ist monoton, ohne jedes Leben, ohne jede Emotion. Mir stellen sich die Nackenhaare auf! Er ist – und das kann ich mit wirklicher Sicherheit sagen – psychotisch. Er will irgendwo dazu gehören, kann aber dieses Gefühl überhaupt nicht erleben, weil er innerlich leer ist. Der hat keinen Zugang zur Welt der Gefühle. Er hat ja gar keine Emotionen, er hat ja gar nichts, er hat ja überhaupt keinen Ausdruck. Er hört sich an wie ein Computermensch, vollkommen mechanisch.

Brigitte – kehr den Typ unter den Tisch! Er hat so viele Probleme und will Dir ein schlechtes Gewissen machen für seine Komplexe. Er ist unecht, falsch, ein Schauspieler – der weiß ja nicht einmal, wer er selbst ist. Und will dann, dass Du Dich für seine unausgesprochenen, unerfüllten Ansprüche schuldig fühlst. Er will, dass Du Dich schlecht fühlst, weil er leer ist. Der weiß gar nichts von sich, überhaupt nichts. Er wird sich überall wie ein Fremdkörper fühlen. Er kann als Hausmeister Möbel schleppen und sauber machen, aber nicht mit Menschen umgehen! Der passt zu unserem Möbelpacker, obwohl unser Hausmeister dann doch noch etwas mehr Gefühl hat.

Lass Dich von solch einem Menschen nicht runterziehen! Er hat sich selbst weggekehrt. Das sind die Typen – und ich habe sie gesehen, schon so oft! – die in der Klapse sitzen. Sie zerfließen in Selbstmitleid, sind aber trotzdem so groß! Vielleicht kann er saubermachen, aber er brennt für nichts, er ist innerlich leer, mit gleichzeitiger vollkommener Fehleinschätzung von seinem eigenen Handeln und den Lebenssituationen, die er sich selbst kreiert; oft ein Kennzeichen solcher Menschen! Er hat außerdem das Gefühl, nur er hat es schwer, nur er arbeitet hart im Leben, nur er ist arm dran! Darum steht ihm auch alles zu – Autos, Heiraten, Geld etc.

Eigentlich ist er tot und insgeheim weiß er das. Und er sucht jemanden, der ihn zum Leben erweckt. Aber keiner kann ihm sein fehlendes Gefühl geben. Der kann nur für andere Leute aufräumen. Wenn ich es nicht schon so oft gehört und gesehen hätte, diesen Typ Mensch, der verzweifelt ist an sich selbst. Er zerfließt ja in Selbstmitleid. Genau dieses Phänomen hast Du bei Patienten die zum Beispiel reiten, die heulen, wenn sie auf ein Pferd sollen und vor Angst nur Schritt reiten, und dann erzählen, sie reiten in den Ferien Mustangs zu. Das ist hier genau das selbe. Er weiß überhaupt nicht, wie er sich in Deiner Welt, auf deinem Hof, bewegen soll, und fühlt sich wie der Größte; er weiß die meiste Zeit nicht, wer er sein und was er machen soll und meint dann, für ein wenig Hilfe stehen ihm Güter von dieser Größenordnung zu! Oder überhaupt eine Bezahlung! Er glaubt, er ersetzt mehrere Vollzeitkräfte und realisiert seine Unfähigkeit gar nicht. Und Du bist natürlich die Schuldige! Du hättest es wissen müssen und ihn entsprechend seiner psychotischen, unausgesprochenen Vorstellungen belohnen sollen.

Solche Menschen wissen oft nicht einmal, warum sie auf der Welt sind. Die können nach Anweisungen handeln, das war es. Leg ihm seine Vorwürfe symbolisch zurück auf den Tisch. Der wird dich immer wieder attackieren und Dir schlechte Gefühle geben, Dich niedermachen. Er wird all sein Gieren nach Geld, seine vollkommen überzogene Anspruchshaltung, seine Gefühls-Totheit, alles auf dich projizieren und dich angreifen.

Solche Menschen können nicht in Frieden leben. Der kann nicht im Frieden mit Dir sein! Der kann sich nur bewundern lassen und oberflächliche Arbeitsverhältnisse eingehen. Ein wichtiges Indiz für seine innere Leblosigkeit ist ja hier auch, dass er in seinem Alter keine Freunde hat, kein soziales Umfeld, keinen Freundeskreis. Da sollte man hellhörig werden.

Als nahestehende Person neben seiner Mutter hatte er lediglich Dich, auf die er sich selbst projiziert. Sein Lebensinhalt ist die einfachste Arbeit. Er ist der Hausmeister, oder die Putzfrau, in seinem Falle ist da nicht viel Gefühl. Versteh mich nicht falsch, nicht alle Hausmeister und Putzfrauen sind gefühlsarm, das sind sie sicher nicht. Aber er kann wirklich nichts anderes als Aufräumen und Putzen; er wird nie Gefühl, Wärme und Empathie einem Menschen gegenüber bringen, geschweige denn zeigen können – und einem Tier schon gar nicht. Solche Menschen können versuchen zu lernen, bestimmte Techniken im Umgang mit Tieren und Menschen zu erlernen, aber das Gefühl für die Tiere, für Menschen und für Situationen, wird niemals da sein. Du hast es ja immer wieder erlebt. Ohne Anweisungen steht er starr mit Mundatmung im Raum und weiß sich nicht zu regen.

Er hat sich in seinen Emails ja förmlich als der Messias, der Offenbarer für Dich präsentiert. Jedenfalls in denen, die mir bekannt sind. Du solltest ihm für all seine Beleidigungen und Erniedrigungen ja auch noch dankbar sein!

Was dieser S. hier von sich gibt, ist nichts außer die Offenbarung seiner eigenen, geistigen Verfassung. Wenn ich zum Beispiel Dein neues Cover sehe, dann denke ich ebenfalls: Wow, das ist der Hammer! Das wird ein absolutes Highlight! Aber wenn er es erzählt, dann rollen sich mir die Fußnägel hoch! So etwas lebloses, emotionsloses, kaltes. Er ist ja wie eine Maschine. Und Dir wirft er dann wiederholt fehlende Gefühle, fehlende Wertschätzung vor.

Sei froh, dass sich dieser kranke Mensch selbst weggefegt hat! Der kennt sich ja selbst nicht. Was für eine arme Seele. Hake ihn ab. Der wird seinen Mund nie halten. Du hast nichts verloren! Dieser kranke Mann bringt Unruhe in Dein Leben, mit dem wirst Du niemals eine Harmonie finden und niemals einen entspannten Abschluss.

Wie oft habe ich solche Menschen erlebt!

Ich habe auch streitsüchtige und vorwurfsvolle Menschen in meinem Bekanntenkreis, doch die würden niemals solche Sprachnachrichten oder solche Emails schicken. Ich kenne die Patienten in der Geschlossenen, die immer provokant, empathielos und fordernd auftreten, in der Verkleidung der Selbstlosen und in Selbstmitleid zergehen, wenn sie niemand hofiert und beklatscht – daran kranken sie dann und die anderen sind Schuld. Diese Patienten, die daran leiden, dass die Welt doch ach so schlecht ist, obwohl sie doch immer ‚alles geben‘. Die Klapse ist voll mit solchen Typen. Es ist genau das gleich Muster. Solche Menschen kannst Du nicht erreichen.‘

Wenn ich die Stimme solcher Menschen höre und solche Emails lese, dann weiß ich sehr schnell diese Psyche einzuordnen. Das macht die Erfahrung in der Psychiatrie. Doch so deutlich wie es bei S. zutage tritt, ist es selten zu sehen. Das ist ja ein Fallbeispiel.‘

 

Und eine Psychologin analysierte nach mehrmaligem Abhören seine Sprachnachricht:

‚Im Zuge meiner Arbeit trifft man unterschiedliche Personentypen, die man im Laufe der Zeit immer wieder sieht und schnell wiedererkennt. Wie alle Menschen gibt es halt auch gewisse Muster, die man in bestimmte Klaster einordnen kann. Diese findet man dann in bestimmten Gruppen von Personen, bei denen man gewisse Verhaltensmuster oder Sprachmuster einfach wiedererkennt.

Was mich an diesem Monolog seiner Sprachnachricht so interessiert hat war, dass dieser Mann einerseits das Mann-Frau-Verhältnis umkehrt und gleich anfängt mit einer Art Selbsterniedrigung: ‚Ach es ist jetzt schon so spät, ich wollte dich jetzt nicht anrufen und ja, ich bin ja bildungsfern, aus bildungsferner Schicht, ich verstehe das nicht, vielleicht kannst Du mir das ja erklären…‘ und befindet sich sofort in einer selbst-versetzten Opferrolle. Er setzt sich selber in eine schwache Rolle, in eine weibliche Rolle, obwohl er ein Mann ist; zudem in eine stereotypisch-weibliche Rolle, obwohl man merkt, er sieht sich doch nicht so richtig als die Person, die jetzt etwas missverstanden hat oder etwas falsch gemacht hat. Er will ja, dass Du die Nachricht anderen, sogar einem Psychologen, vorspielst. Sondern er kommuniziert eher eine Haltung wie: Hier ist jetzt die große, böse Welt und die großen, bösen anderen Personen sind jetzt gemein zu mir. Jetzt muss ich denen mal zeigen, wie schade es eigentlich um mich ist.

Ich sehe das oft bei Personen mit gewissen Krankheitsbildern; Depression oder immer wiederkehrende Unruhe, Panikattacken, schizoiden Persönlichkeiten, paranoiden Persönlichkeiten und Narzissten, deren Störungen nicht stark genug sind, um dafür wirklich krank geschrieben zu werden, die aber eigentlich besser werden würden, wenn man an dem Problem arbeiten würde. Bei ihnen ist es dann in der Regel so, dass man seine Steuern halt immer ein bisschen besser bezahlt hat als alle andern, und man hat ja ein bisschen mehr gekämpft als alle anderen, und man hat es ja irgendwie immer schwerer als die anderen, und trotzdem ist da der große, böse Staat, oder die gemeinen Ärzte, oder der gemeine Partner, die gemeinen anderen, und verstehen einen halt nicht. ‚Die anderen‘ verstehen einfach nicht, wie sehr man leidet. Man ist immer sehr, sehr missverstanden und kommt immer wieder darauf zurück, dass man doch selber so viel getan hat und keiner versteht einen, gleichzeitig aber ist man so machtlos, dass man daran nichts ändern kann, sondern dass nur die andern, alle anderen – immer dieses magische ‚die anderen‘ – daran etwas ändern könnten. Man ist nie selber so richtig an der Macht.

Das ist meiner Meinung nach eine sehr interessante Stellung bei einem Menschen, der sich einerseits in die Opferrolle setzt, und andererseits nicht nur anklagend, sondern domdierend dem andern gegenüber auftritt und sehr entscheidend sagt, was der sogenannte ‚Verbrecher‘ ihnen gegenüber nun machen sollte, damit es dann ‚richtig‘ wird.

Man manipuliert sich zur Macht, im gleichen Atemzug, in dem man sich in eine Opferposition stellt.

Ich habe das schon öfter auf meiner Arbeit gesehen. Und jedes Mal frage ich mich, wo das herkommt, was das auslöst – irgendwoher kommt es ja. Was führt einen Menschen wie S. dazu, in einem solchen Monolog zwischen unterschiedlichen Sätzen, mitten im Satz und in immer kleinen, eingeschobenen Kommentaren Sachen zu sagen, wie: ja ich weiß das jetzt nicht richtig, vielleicht kannst Du mir das erklären, oder: na ja, wer weiß, man könnte ja der Frau ein Auto schenken, oder eine Reise, oder heiraten.

Man teilt sich selber einen geringeren Wert zu aus den Augen oder in der Relation zu dem anderen – mit Sätzen wie: Ich versteh das nicht, ich bin ja bildungsfern, ich bin ja aus einer bildungsfernen Schicht und Du kannst es immer so gut und Du erklärst es immer so gut – aber gleichzeitig teilt man sich auch auf eine andere Art und Weise einen sehr hohen Stellenwert zu, mit plötzlichen Sätzen wie – ja, Du könntest mir ja ein Auto schenken, oder könntest mich ja mal so heiraten, das ist ja das Geringste.

Das ist für mich eine sehr große Gegensätzlichkeit – fast eine Dualität – im Ausdruck von den Bedürfnissen. Also einerseits: Ja, ich bin es ja eigentlich gar nicht Wert, vielleicht könntest Du ja von Deinem Götterthron heruntersteigen und mir armem Wurm helfen, und zwar indem Du mir alles Gold der Welt gibst und mich selber zum Gott ernennst.

Die Dualität fällt mir immer bei solchen Menschen sehr schwer. Natürlich kommt das irgendwo her und das hat sich aus irgendetwas ergeben – doch woraus nur? Das ist das Interessante – aber rein verhältnismäßig ist das eine Manipulation, egal, welcher Hintergrund dahinter steckt und egal welche Geschichte man dahinter hat. Er redet von seiner Mutter und irgendwelchen Geschichten und so weiter, es ist eigentlich egal, aber diese Art und Weise, seine Bedürfnisse und seinen Willen zu präsentieren ist meiner Ansicht nach sehr manipulativ, sehr machthaberisch.

Also er will die Macht im Gespräch an sich reißen, indem er deutlich verkündet, was ihm eigentlich rechtlich zusteht – bezahlt werden und gern auch bekocht werden und gern heiraten und bitte auch noch ein Auto – am liebsten wenigstens Spritgeld – und das alles im selben Ton wie man sagt: Es ist ja nicht zu viel von mir verlangt, ich leide ja so viel in meiner Existenz, meine Existenz ist ja so niedrig in Vergleich zu Deiner, Du leidest überhaupt nicht so viel wie ich, und daher steht mir das ja alles zu.

Es ist für mich als Psychologin sehr besorgniserregend, wenn sich jemand so ausdrückt und sein Benehmen auf solch eine Art rechtfertigt und so sein Verlangen zum Ausdruck bringt. Ein Verlangen, dass obendrein vollkommen situations-inadäquat ist, um einmal bei seinem Sprachgebrauch zu bleiben. Denn weder ist er eine Frau und Du ein Mann, weder bist Du Unternehmer und er eine arme Putzfrau, und obendrein sollst Du angeblich seine Traumfrau sein, für die er alles tun würde, allerdings nur gegen angemessene Bezahlung. Wie angemessen ist es überhaupt, als Mann um eine Frau zu werben und dafür eine Bezahlung zu verlangen – und dann noch in dieser Höhe? 160,- Euro plus Kost und Logis, Autos, Heiraten. Das sind auf dem Hintergrund Deines Lebens und Deiner ihm bekannten Lebenssituation höchst bedenkliche Forderungen, die viel über seine geistige Verfassung aussagen.‘

Für einen Narzissten wird keiner gut genug sein. Wie in diesem Fall werden unter Umständen die Anforderungen so hoch angesiedelt, dass das Gegenüber diesen gar nicht mehr nachkommen kann. Da wird eine Selbsterhöhung offenbar, der man gar nicht mehr gerecht werden kann!

Gepaart mit paranoiden Zügen führt dieser Größenwahn geradewegs in solcherlei Wahnvorstellungen wie den hier beschriebenen. Das Gegenüber wird immer als menschlich minderwertig dargestellt und in seiner Wertschätzung dem anderen gegenüber kritisiert, da der Narzisst eine für ihn adäquate Wertschätzung ja nicht erfährt. Das Gegenüber wird dann irgendwann zurückgelassen. Da wird dann – wie in diesem Fall – ganz pathetisch der Kontakt abgebrochen.

Lasst euch dadurch nicht in eurem Selbstwert erniedrigen! Nehmt euch solche Anklagen von solchen Menschen bloß nicht zu Herzen!! Sie offenbaren lediglich, wer sie selber sind. Ihr gefühlter Mangel an Wertschätzung ist ihr Problem, das nur in einem Inside-Job gelöst werden kann – also mit Arbeit an sich selbst, und nicht an all den berühmten anderen.

Ihr seid es Wert, gemocht, geliebt und geschätzt zu werden. Allein die Anwesenheit eines Menschen im Leben eines anderen sollte so viel Wert sein, dass man dafür gern eine Strecke fährt, oder auch mal stundenweise im Leben hilft. Schon gar, wenn man dafür sogar ganz praktisch noch bekocht wird – doch selbst wenn nicht: Die Anwesenheit eines anderen Menschen im eigenen Leben ist immer ein Geschenk und eine Bereicherung. Da muss nicht noch zusätzlich Geld fließen. Es sei denn, es ist wirklich ein Angestellter oder eine Haushaltshilfe, aber bitte nicht in einer Freundschaft – schon gar nicht mit Wunsch nach mehr! Schon gar nicht mit der Hoffnung nach Heirat; schon gar nicht, wenn es sich um den angeblichen Traummann, die angebliche Traumfrau handelt. Und mit Sicherheit nicht von einem Mann, der genug Geld hat, seiner eigenen Mutter ihre Luxusartikel zu finanzieren und von seiner vermeintlichen Traumfrau dann Geld gezahlt haben möchte.

 

Die oben aufgeführte Psychologin sagte in unserem anschließenden Gespräch dazu:

Er will jetzt in der Hierarchie aufsteigen und von Dir so behandelt werden, wie er seine Mutter behandelt. Das findet man oft bei solchen Konstellationen. Er meint deswegen auch, ihm stünde das alles zu und stellt sich als so mittellos dar, wie das seine Mutter ihm gegenüber immer tat. Doch Du erfüllst die Rolle nicht, die Dir an dieser Stelle zugedacht ist – in seiner Vorstellung natürlich ganz allgemein vom Leben. Darum solltest Du diese Sprachnachricht ja auch allen vorspielen und Dir mal erzählen lassen, was eine sozial-adäquate Wertschätzung wäre in eurem Fall. Auf die Idee, dass seine Vorstellung und seine Forderungen alles sind, aber weder bescheiden noch selbstlos noch sozial adäquat, kommt er nicht, weil er in einer anderen Realität lebt. Und die beinhaltet eben die Bezahlung eines anderen. Die bloße Anwesenheit eines anderen Menschen in seinem Leben, die Bereicherung die man dadurch erfährt, Teil des Lebens eines anderen zu sein, zu diesen Ebenen fehlt ihm der Zugang. Darum betitelte er dies auch in seiner Sprachnachricht mit den Worten: Wenigstens sozial adäquate Bezahlung, wenn da schon sonst nichts ist.

Für Menschen wie ihn bedeutet all das Zwischenmenschliche, die Vertrautheit, die Wärme, die Stellung, die man als Freund oder Freundin in dem Leben eines anderen hat, ja einfach die Tatsache, am Leben eines anderen Teil zu haben, eben nichts. Das kann man alles am Ende des Tages ja auch nicht zählen, so wie Geld.‘

Ihr werdet eure ganz eigenen Beispiele haben, und sie werden möglicherweise nicht weniger absurd sein. Doch:

Hütet euch vor Projektionen, vor Schuldzuweisungen, vor Anschuldigungen, vor Erniedrigungen, vor Selbsterhöhung des Narzissten auf eure Kosten, die sich immer zeigen in Sätzen wie: Sie sind, haben, wären und ihr seid ja nur, euch fehlt, ihr habt nicht etc., etc., was auch immer. Sie im Gegensatz zu euch. In den Augen des Narzissten seid ihr nicht ihre Partner, ihr seid ihre Gegner. Das muss man sich einfach klar machen.

In dem hier vorliegenden Fall wurde so gut wie ausnahmslos alles, was ich tat, sagte oder nicht tat und nicht sagte für Deutungen herangezogen, die seiner Selbsterhöhung und der Erniedrigung der anderen Seite zu pass kamen; da wurden Beweggründe unterstellt, die das Handeln das Gegenübers jedes Mal auf Gemeinheit, Gefühlskälte und Schlechtigkeiten aller Art reduzierten; da wurden Erklärungen herangezogen, die angeblich keine anderen Schlüsse zuließen, als ganz offensichtlichen Hochmut, Egoismus, Geldgeilheit, Geiz und emotionale Gleichgültigkeit, die natürlich immer im krassen Kontrast standen – zu seinen Charaktereigenschaften und zu ihm, dem immer Liebenden, Gütigen, Bescheidenden, Gefühlstriefenden, Anspruchslosen, Großzügigen, Aufopferungsvollen, ja bald Heiligen.

Eine private Reaktion auf diesen Sprachnachrichten-Monolog von S. einer guten Freundin war eine große Hilfe, die nur zum Lächeln für alle Betroffene angefügt ist. Sie hat selbst ebenfalls einen Hof und Tiere zu versorgen. Sie kennt die Arbeit und weiß, ebenso wie ich, dass ein Hof immer auch eine große Last ist und viel Arbeit bedeutet. Sie soll allen Betroffenen, die Ähnliches erleben mussten, bei der Bewältigung und Verarbeitung ihrer Gefühle der Minderwertigkeit helfen. Es ist keine fachliche Analyse, sondern einfach nur die Meinung eines ganz normalen Menschen, die jedoch in diesem Moment ausgesprochen gut tat:

Püppi, mir fehlen die Worte. Das ist ja ein Vollblut-Arschloch sondergleichen! Das gibt’s nicht nochmal auf der Welt, das sagt ich Dir! Da könnte man ja kotzen! Das ich die 12 Minuten überhaupt durchgehalten hab, also … selbst ein vermeintliches Lob hört sich bei dem niederträchtig an, so wie er am Anfang sagt, Du seist ja intelligent etc. Selbst sein Lob ist voller Niedertracht – was für eine dumme Sau! UUUhhhaaah! Schick das rum, so wie er es wollte, an jeden den er kennt! Mir fehlen die Worte, das kommt auch nicht so oft vor. Dieser Idiot!

Diese monotone Stimme, wie der spricht, ich frag mich: Wie konntest Du dem eigentlich zuhören? Der Mensch hätte mich wahnsinnig gemacht! Wenn ich ihm zuhöre, habe ich hier das Bedürfnis, dem in die Fresse zu schlagen, also so geht s mir. Das ist der erste Impuls: Hau ihm auf sein dummes Maul. Da kommt ja echt nur Scheiße raus. Frech! Sehr, sehr frech! Dumm-frech!

In einer Freundschaft sollte es nie um Geld gehen. In keinem Augenblick. Entweder, jemand tut euch tatsächlich aus vollem Herzen einen Gefallen und meint ihn auch so, oder er lässt es bleiben. Wendet euch von Menschen ab, die meinen, so unendlich viel für euch zu tun in Erwartung von entsprechenden finanziellen Gegenleistungen. Wendet euch von Menschen ab, die dann obendrein noch von euch erwarten, von selbst drauf zu kommen, sie zu bezahlen. Solange es keine Angestellten, Fremde, Arbeiter oder Dienstleister aller Art sind, lasst von solchen angeblichen Freunden die Finger!

Das sind keine Freunde!

Und Bezahlung im Freundes- und Familienkreis sind alles, aber in keiner irgendwie gearteten Weise auch nur im Ansatz ‚adäquat‘.

Unter Freunden hilft man sich, nimmt am Leben des anderen Teil, macht Dinge zusammen, hilft unter Umständen bei Haus und Hof, wenn man zu Besuch ist und eben die normale, tägliche Arbeit anliegt. Ich finde das nicht un-normal. Wenn ich einen Menschen geliebt habe und mir eine Beziehung mit ihm gewünscht habe, dann habe ich immer vollständig an seinem Leben teilgenommen, ihn unterstützt, wo ich konnte. Das ist doch ganz normal!

Wenn ich der Meinung bin, jemand müsse mir Geld zahlen dafür, dass ich da überhaupt hinfahre, dann ist da auch keine Liebe. Dann ist das eine Pflicht. Dann sehe ich in der Begegnung mit dieser Person keine Bereicherung. Dann sehe ich tatsächlich nur meine Mühe und die fehlende Aufwandsentschädigung. Allerdings auch nur dann!

Warum habe ich mich denn überhaupt mit S. getroffen? Weil es mir ging, wie vielen Betroffenen: Ich habe ja trotz allem immer noch irgendwie gehofft, S. würde irgendwann einmal einen Wert in meiner Anwesenheit in seinem Leben erkennen, für den er vielleicht gerne an meinem Leben teilnimmt; auch wenn das ab und an mal Aktionen auf meinem Hof bedeutet hätte. Ich hätte mir gewünscht, dass ich in ihm einen Mitstreiter gefunden hätte – gerade, weil ich ihn so lange kannte und er mir tatsächlich verkauft hat, er würde doch – natürlich im Gegensatz zu mir und 99% der Menschheit – einfach alles tun für seine ‚Traumfrau‘ – und ich eben so allein bin. Ich habe gehofft, er wäre jemand, der gerne auf meinem Hof an meinem Leben teilnimmt, ja der vielleicht einmal zu einem Teil dieses Hofes und meines Lebens wird, sprich: Heirat und gemeinsames Leben. Die Tür zu meinem Leben stand ihm ja offen. Er hätte nur durchgehen müssen.

Ich hätte auch die Tür zu meinem Leben für ihn nicht verschlossen. Trotz allem.

Ich ticke da eher so wie die Nicola aus Breakable. Darum hat mich das Buch auch so angesprochen und darum habe ich die Autorin ja kontaktiert. Ich konnte nachvollziehen, dass sie monatelang ihrem Geliebten im Stall geholfen hat, was in ihrem Fall, ja für sie als Frau, wirklich schwere Arbeit war. Aber das macht man eben, wenn man jemanden wirklich liebt und ein Teil des Lebens seines geliebten Menschen sein will: Man nimmt an dem Leben des Geliebten Teil. Egal, wie dieses Leben aussieht.

Es gibt viele Menschen, die haben wirklich viel für mich getan – und ich für sie. Weit, weit mehr, als S. jemals zusammengerechnet in der ganzen Zeit, in der wir uns kannten, getan hat. Noch nie hat ein Mann, der vorgab, ‚etwas von mir zu wollen‘, nach Geld gefragt oder Geld verlangt. Doch für einen Narzissten ist das Beste nicht gut genug, und eine außergewöhnliche Bezahlung stellt lediglich eine adäquate Gegenleistung für sein Dasein und seine Mühe dar, die er sich macht, um einen überhaupt zu besuchen.

Sucht euch wahre Freunde! Menschen, die sich in eurem persönlichen Umkreis bewegen und bei denen es tatsächlich nicht ums Geld geht, wenn sie euch und euer Leben begleiten, euch zur Hand gehen und auch mal helfen. Denn bei Geld hört die Freundschaft auf. Das alte Sprichwort findet sich auch in diesem Fall bewahrheitet.

Bitte versucht allen Menschen, die eure Anwesenheit in ihrem Leben nicht als einen eigenen Wert erkennen, den richtigen Platz in eurem Leben zuzuweisen! Nämlich hinter den Grenzen eures persönlichen Umkreises! Ihr seid es als Mensch wert, dass man an eurem Leben teilnimmt! Dafür ist ja Freundschaft und Familie da! Lasst euch nicht einreden – von niemandem auf der Welt – dass die Zeit, die ihr mit jemandem verbringt, der euch angeblich liebt, ’so wenig wert sei‘, dass als einzige Gegenleistung nur Geld adäquat wäre. In einer Freundschaft, in einer Liebe, ist es doch egal, wie man die gemeinsame Zeit miteinander verbringt!! Ob beim Saubermachen, Zäune stellen, im Wintergarten chillen, beim Eis essen – egal!! Das Zusammensein ist doch der Grund des Treffens, das Erleben der Anwesenheit des anderen und die gemeinsam verbrachte Zeit der wahre Gewinn – nicht der Sachwert, nicht der Mehrwert, nicht das Arbeitsergebnis.

Was für ein Glück und ein Segen, dass es in meinem Leben Menschen gibt, die nicht auf s Geld schauen und mir trotzdem mal helfen, wenn Not am Mann ist.

Vielen vielen Dank euch allen!! Ohne euch wäre ich oftmals sehr aufgeschmissen! Und das nicht nur, weil ihr mit ab und an mal helft, sondern einfach, weil ihr mir immer wieder zeigt, was ihr doch für wunderbare Menschen seid. Ohne euch wäre mein Leben um so viel ärmer!

Wer den Wert eurer Zeit, den Wert eurer Anwesenheit, den Wert der Anteilnahme an eurem Leben nicht als Wert erkennen kann, hat nichts in eurem Leben zu suchen! Beschenkt solche Menschen nicht weiter mit euren Gedanken, euren Inspirationen, eurem Lachen, euren Blicken, euren Worten, ja eurer Anwesenheit, ihrer Anteilnahme an eurem Leben. Verschließt solchen Menschen die Tür zu eurem Wesen, dessen Wert an sich so groß ist, dass er mit keinem Geld der Welt jemals aufzuwiegen wäre!

 


Kommentar 1: Da will tatsächlich ein Mann, der etwas von einer Frau will, neben Kost und Logis auch noch eine Bezahlung? Wie peinlich ist das denn? Da muss man sich als Mann ja fremdschämen!


Kommentar 2: Der Größenwahn solcher Männer ist ein klares Anzeichen für Narzissmus gepaart mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung, eventuell auch Wahn. Der König will eine ihm adäquate Wertschätzung erfahren und verliert vollkommen die Realität und das Machbare aus den Augen. Die Frau soll arbeiten und selbst zusehen, wie sie ihr Geld verdient und der Mann kassiert am Ende des Tages ab. Unter welch eine Mentalität das fällt, überlasse ich an dieser Stelle jedem selbst zu schlussfolgern.


Kommentar 3 eines langjährigen Bekannten von Brigitte: Dieser Mensch fiel schon immer irgendwie in die Kathegorie der Sonderlinge. Anti-Sozial, keinen Freundeskreis und eine so kranke Mutter-Geschichte, dass einem die Haare zu Berge stehen. Verleumder der Realität und ein Leben in zurechtgelegten Wahn-Realitäten zeichneten ihn schon immer aus. Es könnte einer meiner Patienten sein, die ich tag täglich in der Psychiatrie vor mir sehe. Ich bin froh, dass die Betroffene nun endlich frei ist von diesem hochgradig sozial gestörten Menschen und er sich in der Tat ’selbst weggefegt‘ hat. Nicht alle Betroffene haben solch ein Glück.


Kommentar 4: Ich würde Dir für Kost und Logis sofort auf dem Hof helfen!